CES-Schließanlage für Hochbegabtengymnasium
20.09.2007
Komplexe Aufgabenstellung - intelligent gelöst
Zwei Kasernengebäude aus den Jahren 1913 und 1933, zwei Architekturbüros und eine Schließanlage von CES, die beide Objekte verbindet und Optionen für die Integration weiterer Gebäude bietet - das neue Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd hat den Schul- und Internatsbetrieb bereits aufgenommen. Mit 44 Schülerinnen und Schülern aus ganz Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz wurde das zukunftsweisende Bildungsprojekt des Landes Baden-Württemberg im vergangenen Herbst gestartet. In der endgültigen Ausbaustufe werden dort über 200 Mädchen und Jungen lernen und wohnen. Allen gemeinsam ist ein Intelligenzquotient von über 130, damit gelten sie als hochbegabt - nach Expertenmeinung sind das zwei Prozent jedes Jahrgangs.
Die im ersten Bauabschnitt fertiggestellten Schul- und das Internatsgebäude bilden zusammen einen offenen Campus im Zentrum von Schwäbisch Gmünd. Fast 15 Millionen Euro wurden verbaut, 8 Millionen steuerte der Bund zu. Der "Universitätspark" umfasst die Gebäude der ehemaligen Bismarck-Kaserne, mit deren Bau 1911 begonnen wurde und die seitdem durch eine wechselhafte Geschichte geprägt sind. Für den Umbau des "Haus 12" zu Schülerwohnungen hat das Architektenteam Lederer-Ragnarsdottir-Oei die vorgefundene Tragstruktur weitgehend erhalten, die rigide Grundrissfigur und die Fassade jedoch merklich verändert. Der Kasernencharakter ist durch den Umbau völlig aufgehoben, trotzdem ist das Gebäude noch als Teil der ehemaligen Kasernen-Gesamtanlage erkennbar. Die vorgehängte Stahlkonstruktion der Balkone bietet kleine private Außenbereiche. Die durchgängige Verglasung des Dachstuhls schafft betont helle Dachräume.
Das ca. 300 m gegenüber an der westlichen Stirnseite der Anlage situierte, fast 100 Jahre alte Hauptgebäude wurde von dem Architekturbüro D’Inka+Scheible aus Fellbach mit viel Glas und Holz in eine helle, moderne Schule mit großzügigen Unterrichtsräumen verwandelt. Dazu wurde eine Unmenge von kleinen Soldatenzimmern in große Klassenräume, Büros und in eine über mehrere Etagen offene Bücherei umgebaut. Die alte Statik und viele tragende Wände wurden „ausgetrickst“, durch Stahlstützen und Betonträger ergänzt.
Das komplexe Zusammenspiel zahlreicher Einzelkomponenten und die spezifischen Besonderheiten eines Schul- und Internatsbetriebes stellten hohe Anforderungen an die Planung der Schließanlage. Zum Einsatz kam eine konventionelle Schließanlage KM mit 6-stiftigen Zylindern und Markenschutz der C.Ed. Schulte Zylinderschlossfabrik in Velbert, ergänzt durch je ein elektronisches OMEGA-Wandterminal am Schuleingangsgebäude und an den beiden Internatseingängen.
Jeder Schüler besitzt einen Transponder, mit dem er die Eingangstür seines Internatsgebäudes und des Schulgebäudes öffnen kann. Damit werden Kosten, die beim Verlust von Schlüsseln entstehen würden, von vornherein verhindert. Verlorene Schlüssel bzw. Transponder können jederzeit schnell und unkompliziert im System annulliert werden. Sobald der Hausmeister diese Türen abschließt, z.B. während der Schulferien, können die Transponder nicht mehr öffnen.
Daneben hat jeder Schüler einen persönlichen mechanischen Schlüssel, mit dem er im Internatsgebäude die Etagentür, seine Wohnung, die er mit einem Mitschüler teilt, und seinen Schrank schließen kann. Gemeinschaftsräume wie Fahrrad- oder Waschkeller sind den jeweiligen Wohnungen bzw. Wohngruppen zugeordnet und entsprechend zu schließen. Auch eine Trennung von Einrichtungen für Schüler und Tutoren ist gegeben.
Um den Schülern die Möglichkeit zu geben, auch außerhalb der Unterrichtszeiten kontrolliert in bestimmte Schulräume, zum Beispiel in das Musikzimmer, den PC-Raum usw. zu gelangen, wurde im Eingangsbereich des Schulgebäudes ein Schlüsseldepot installiert. Mit dem Einstecken des Schülerschlüssels in einen Schließzylinder wird der Schlüssel des gewünschten Raumes freigegeben. Der Schülerschlüssel bleibt so lange im Schlüsseldepot gefangen, bis der entnommene Schlüssel wieder in den entsprechenden Zylinder gesteckt und gedreht wird.
Vergleichbare Schlüsseldepots wurden auch in den Putzräumen des Internats und der Schule eingerichtet. Hier funktioniert die Schlüsselentnahme praktisch umgekehrt: Die Reinigungskräfte können mit ihrem Schlüssel bzw. Transponder nur die Eingangstür und den Putzraum schließen. Mit dem Einstecken dieses „minderwertigen“ Schlüssels in einen Depotzylinder schließt sich das Personal einen „hochwertigen“ Generalschlüssel frei. Sollte dieser nicht zurückgeschlossen werden, lässt sich anhand des gefangenen Schlüssels jederzeit der Besitzer ausfindig machen.









