Schließanlage für Rehazenter Luxembourg


10.10.2010


Mechanische und OMEGA LEGIC-Schließzylinder
eine Kombination mit vielen Optionen

Der Kirchberg in Luxemburg ist ein Zentrum moderner Architektur. Die Verwaltung der Europäischen Union, das Europa-Parlament, der Europäische Gerichtshof und – natürlich - alle international wichtigen Banken besitzen hier moderne Verwaltungsgebäude. Mit dem neuen Rehazenter Kirchberg hat das Luxemburger Architekturbüro m3 architectes s.a. – Dell, Linster, Lucas an diesem repräsentativen Standort ein Meisterstück innovativer, am Menschen und seinen Bedürfnissen orientierter Architektur realisiert. Die Schließanlage, eine mechanische KM6-Anlage von CES und elektronische OMEGA LEGIC Zylinder, wurde von dem Luxemburger Stahlfachhändler Gilbert geplant, geliefert und montiert. Beide Systeme lassen sich problemlos kombinieren und auch nachträglich erweitern bzw. um neue Anwendungen ergänzen.

Gelungene Architektur hilft heilen

„Dass die Qualität der Umgebung zur Gesundung des Menschen beiträgt, diese Erkenntnis spielte für das Architektenteam“, so Projektleiter Jürgen Simon, „die zentrale Rolle bei der Konzeption einer zeitgemäßen Architektursprache. Wir sind bewusst ab von den üblichen Gestaltungsmerkmalen eines Krankenhauses, Alten- oder Pflegeheims abgerückt.“ Natürliches Licht und Klima, natürliche authentische Materialien, je nach Einsatzzweck zum Beispiel Sichtbeton und Holz, Kautschuk oder Linoleum, nach Süden geöffnete Glasfassaden und lichtdurchflutete Innenhöfe mit einer der Geradlinigkeit der Architektur entsprechenden Gartengestaltung tragen dazu bei, dass sich Personal und Besucher, vor allem aber die Patienten auch bei längerfristigem Aufenthalt wohlfühlen.

Die Funktion als Rehazenter mit rund 72 stationären Betten und 250 bis 300 ambulanten Patienten pro Tag, mit einer Vielzahl an unterschiedlichsten Therapieräumen, Arztzimmern, Apotheke, Sport- und Schwimmhalle, Restaurant, Tagungsräumen, dem Verwaltungstrakt, Technik, Parkräumen usw. stellte hohe Anforderungen an die Planung und Sicherheit der Schließanlage.

Komplexität der Schließanlage bis ins Detail gelöst

Zum Einsatz kam eine KM6-Schließanlage von CES mit über 1000 Einheiten, die von dem Luxemburger Stahlfachhändler Gilbert mit Sitz in Ehlerange geplant, geliefert und montiert wurde. Dabei wurden hochkomplexe mechanische Schließzylinder mit Markenschutz und elektronische OMEGA LEGIC Zylinder kombiniert. Bei der Entscheidung für den mechanischen KM-Zylinder spielte vor allem der „Markenschutz“ eine wichtige Rolle. Er bietet, im Gegensatz zum Patentschutz, einen zeitlich unbegrenzten und rechtlich abgesicherten Schutz vor unberechtigten Schlüsselkopien; eine Sicherheitsfunktion, die weit über die üblichen Standards hinaus reicht.

„Auch wenn die Schließanlage im Rehazenter weitaus komplexer ist, als wir es vorausgesehen hatten, funktioniert doch alles wie gewünscht,“ sagt der verantwortliche technische Leiter, Jean-Marie Fautsch. Das Architekturbüro m3 architectes hat das Sicherheitskonzept vorgeplant, in enger Zusammenarbeit mit der technischen Leitung des Hauses und den Spezialisten von Gilbert wurde die Schließanlage dann im Detail ausgearbeitet.

Dazu Jürgen Simon, der verantwortliche Projektleiter von m3 architectes: „Unser Büro hat bei der Ausschreibung und Planung der Schließanlage den Vorgaben der Direktion des Rehazenters entsprochen. Die tatsächlichen Entscheidungen in Bezug auf die Schließgruppen und Zugangsberechtigungen waren wegen der laufenden Personalstrukturierungen auf Seiten des Bauherrn, wie üblich, erst nach Vergabe des Auftrages möglich. Zu diesem Zeitpunkt waren von uns die Punkte Sicherheitskonzept, Zugangskontrolle, Abteilungsstruktur usw. geklärt. Zusätzlich waren die vom Bauherrn definierten Entscheidungsträger immer und bereits im Jahre 2005/2006 in dieses Thema eingebunden.

Im Zuge der aus meiner Sicht fachlich und technisch sehr guten gemeinsamen Ausarbeitung mit der Firma Gilbert wurden die Angaben durch den Bauherrn sukzessive ergänzt und detailliert.

Diese Bearbeitung ist intensiv und endet, so unsere Erfahrungen, oft erst mit dem Bauherrn Monate nach der Inbetriebnahme, da sich aus der täglichen Nutzung heraus neue Erfahrungspunkte ergeben. Dies war der Grund, warum wir flexible technische Lösungen für die Schließanlage gesucht und gefunden haben.“

Denn erst im Verlauf der konkreten Abstimmungsgespräche wurde deutlich, wie viele Besonderheiten und Details rechtzeitig zu berücksichtigen sind. Stephan Bergmann, bei Gilbert für den Geschäftsbereich Schließanlagen zuständig, gibt dazu ein Beispiel: „Für die im gesamten Gebäude verteilten Erste Hilfe Schränke mit den Defibrillatoren waren zunächst nur die vom Möbelhersteller mitgelieferten Zylinder vorgesehen. Jeder Arzt hätte somit einen zusätzlichen Schlüssel griffbereit halten müssen. Viel sicherer und einfacher war es dagegen, die Erste Hilfe Schränke mit in den Schließplan zu integrieren und den jeweils zuständigen Personen die Schließberechtigung zu erteilen. Natürlich ist auch für den Fall vorgesorgt, dass kein Schließberechtigter in der Nähe ist. Dann kann man an den Schränken,wie beim Feueralarm, eine Scheibe einschlagen und den Notschlüssel entnehmen.“

Patienten-Apartments mit OMEGA LEGIC Zylindern geschützt

Ein weiteres spezifisches Problem stellten die Patienten-Apartments für die Konzeption der Schließanlage dar. Hier wohnen Langzeit-Reha-Patienten, die sich in entsprechend eingerichteten, eigenen Wohnungen im geschützten Rahmen des Rehazenters auf ein selbständiges Leben außerhalb der Klinik vorbereiten. Betreuer, Physiotherapeuten usw. sollen ungehinderten Zugang haben; gleichzeitig sind aber persönliche Dinge und Wertsachen der Patienten vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Der Betreiber wünschte sich daher eine Dokumentation aller Schließvorgänge und damit eine Kontrolle aller Personen, die das Apartment betreten haben. Als ideale und komfortable Problemlösung bot sich hier der Einsatz elektronischer OMEGA LEGIC Zylinder von CES an.

Darüber hinaus kommen OMEGA LEGIC Zylinder im Rehazenter Kirchberg aber auch in der Administrations- und Direktionsetage sowie im Archiv zum Einsatz. Auch hier waren kontrollierte Schließvorgänge und besonderer Bedienkomfort vom Kunden gefordert.

Der Legic-Transponder hat Optionen für viele Anwendungen. Dazu zählen außer der Zutrittskontrolle beispielsweise auch bargeldlose Zahlungsvorgänge in der Kantine. Auch eine Vielzahl weiterer Anwendungen lässt sich mit minimalem Aufwand über eine Programmierung des Schließmediums integrieren. Bei der in Kirchberg eingesetzten "Time"-Variante (VdS-Klasse B) können Zutrittsberechtigungen auch zeitweise vergeben werden, jedes Ereignis wird außerdem mit Datum und Uhrzeit gespeichert. So lässt sich jederzeit rekonstruieren, wer die Räumlichkeiten betreten hat.

Feuerwehr-Schlüsseltresor dreifach gesichert

Auch baulich relevante und nutzerorientierte Bedingungen waren im Schließplan zu berücksichtigen. So musste zum Beispiel der Generalschlüssel für die Feuerwehr im Eingangsbereich des Geländes sicher aber leicht zugänglich deponiert werden. Der Feuerwehr-Schlüsseltresor wurde dazu in eine Mauer im Einfahrtbereich eingelassen. Bei einer Brandmeldung springt automatisch eine Klappe auf. Damit öffnet sich der Zugang zu einem Zylinderschloss, zu dem nur die Feuerwehr einen Schlüssel hat. Erst wenn dieser Zylinder ordnungsgemäß aufgeschlossen wird, kann der Generalschlüssel entnommen werden.

Projektdaten:

Centre National de Rééducation Fonctionelle et de Réadaption
Rehazenter Luxembourg
1, rue André Vésale
L-2674 Luxembourg/Kirchberg
www.rehazenter.lu

Architekturbüro:
m3 architectes s.a.
Dell, Linster, Lucas
15, rue Wurth-Paquet
L-2737 Luxembourg
Tel: 00352-264474-1
www.m3architectes.lu

Projektleiter: Jürgen Simon, Architekt

Planungsstart: Januar 2002
Grundsteinlegung: April 2004
Einweihung: Februar 2007
Projektkosten: 90 Mio. Euro
Hauptnutzfläche: 12 900 m2
Umbauter Raum: 180 000 m3

Schließanlage CES/CEStronics:
1000 mechanische CES KM6 Zylinder mit Markenschutz ergänzt um elektronische OMEGA LEGIC Zylinder

Planung und Montage:
Gilbert S.à.R.L., Zare-Est, L-4385 Ehlerange,
Tel: 00352-401701-1, www.gilbert.lu

1826 gegründet, ist die Firma Gilbert heute ein hochmodernes Servicecenter des Stahlhandels mit Sitz in Ehlerange an der Peripherie Luxembourgs. Vom Baustahl bis zur Schließanlage wird hier heute die gesamte Produktpalette für das metallverarbeitende Baugewerbe angeboten, inklusive eines kompetenten Dienstleistungsangebots.

Projektfotos:
Christof Weber Photographie
24, rue Tidick Ulveling,
L-2619 Luxembourg
Tel: 00352-292288
Fax: 00352-292202
E-Mail: weberchr@pt.lu

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